Falsche Fakten, schlampig recherchiert: Big Brother Award für 123people

Filed under 123people

Ich hab´s ja nicht für möglich gehalten, aber jetzt hat 123people tatsächlich den österreichischen Big Brother Award 2009 in der Kategorie Marketing & Finanzen erhalten. Immerhin haben wir damit Mark Zuckerberg oder Google hinter uns gelassen – eine Ehre, auf die wir leicht auch gerne verzichtet hätten. Aus der Sicht des Daten- und Persönlichkeitsschutzes gewinnt der Big Brother Award mit dieser Entscheidung dadurch nicht gerade an Glaubwürdigkeit.

Leider beruhte schon die Nominierung von 123people auf einer Anhäufung von schlecht, schlampig oder gar nicht recherchierter Fakten. Ein Brief mit Aufklärung der Fülle an Irrtümern, denen das BBA-Rechercheteam aufgesessen ist, gleich nach der Nominierung vergangen Sonntag an die BBA-Veranstalter gesandt, wurde zwar veröffentlicht (mmmhh … mal überlegen … ein Brief, persönlich an jemanden adressiert, wird ohne Rückfrage veröffentlicht? Klingt nicht nach großem Respekt vor dem Briefgeheimnis …), inhaltlich fand es aber niemand der Mühe Wert, auf unsere Klarstellung einzugehen.

Hier nun unsere offizielle Stellungnahme zum Gewinn des Big Brother Awards:

Fehlende Treffsicherheit beim „Big Brother Award“
Nominierung von 123people mit falschen Tatsachen begründet
Das Personensuchservice 123people wurde heute mit dem Big Brother Awards 2009 in der Kategorie Marketing „ausgezeichnet“. Mit diesem Preis weisen die Organisatoren quintessenz und vibe!at jedes Jahr auf Personen und Unternehmen hin, die sich „… im Feld der Überwachung, Bevormundung und Kontrolle besonders verdient gemacht haben.“ Die Veranstalter der österreichischen Big Brother Awards begründeten die Nominierung von 123people jedoch mit einer Reihe falscher Tatsachen und werfen damit Fragen zur Treffsicherheit dieses so wichtigen, internationalen Awards auf.

„Ich kenne den Big Brother Award als professionelle Veranstaltung, die eine wichtige Datenschutz-Funktion in der Internet-Gesellschaft erfüllt. Leider ist die Art und Weise der Nominierung von 123people aber nicht nachvollziehbar und wirft etliche Fragen auf“, sagt 123people-Geschäftsführer Russell Perry. „Die Begründung, mit der 123people nominiert wurde, steckt voller Ungenauigkeiten und Fehler. Damit wird dem Datenschutz, dessen gesetzliche Vorgaben 123people zur Gänze entspricht, kein guter Dienst erwiesen. Wir denken, dass eine Klarstellung erforderlich ist.“

Die 123people Fakten als Erwiderung der „Big Brother Awards“-Nominierung
- BBA Behauptung 1: „Personen werden willkürlich Parteien zugeordnet und Bilder falschen Personen, Personen werden verwechselt oder überhaupt neu erschaffen, indem Daten von mehreren Individuen zu einem Datensatz zusammengezogen werden.“

123people Faktum: Daten werden von 123people nie und in keinem Fall bestimmten Personen zugeordnet. Öffentliche im Internet verfügbare Informationen zu einem Namenspaar werden in Echtzeit gesucht und auf einer Ergebnisseite angezeigt. Das Zuordnen der gefundenen Informationen zu einer bestimmten Person bleibt dem User überlassen.

- Behauptung 2: 123people verwendet „angewandte Schwarmintelligenz”

123people Faktum: Bei 123people kommt keine Schwarmintelligenz zum Einsatz, sondern eine automatisierte Echtzeitsuche auf öffentlich zugänglichen Internet-Seiten.

- Behauptung 3: „Das Schwarmintelligenz-Feature führt bei manchen Personen zu gefährlicher Beliebigkeit in der Tagcloud”

123people Faktum: Eine Begriffswolke ist eine im Web 2.0 oft eingesetzte Methode zur Visualisierung von relevanten Schlüsselbegriffen („Tags“). Die Begriffe in der 123people Tagcloud zeigen die mit einem Namen (und nicht mit einer bestimmten Person) im Internet am häufigsten in Verbindung stehenden Attribute. Die Begriffswolke errechnet 123people aus den Suchergebnissen klassischer Suchmaschinen wie Yahoo und anderen.


-
Behauptung 4: „Überprüft wird von 123people.at ganz offensichtlich überhaupt nicht, was Suchalgorithmus und Schwarmintelligenz da an Profilen zusammenpfuschen. [...] Es werden so lange dubiose bis falsche Angaben über eine Person verbreitet, bis diese Kontakt mit 123people aufnimmt und alle Daten richtigstellt.

123people Faktum: 123people stellt keine Profile zusammen, sondern zeigt die Ergebnisse einer Echtzeit-Suche an. Dabei wird auf die Original-Quellen verlinkt, ohne diese Daten zu speichern. User können demzufolge bei 123people auch keine Daten „richtig stellen“. Möchte ein User einzelne, ihn betreffende Links von 123people nicht anzeigen lassen, wird diesem Wunsch von 123people unter Einhaltung sämtlicher in Österreich geltender Fristen und Datenschutzbestimmungen selbstverständlich entsprochen.

„Mit 123people kann jeder User einfach und schnell seinen digitalen Fußabdruck überprüfen. Damit stellen wir ein demokratisches Instrument zum wichtigen Thema eReputation-Management, also das aktive Gestalten des digitalen Erscheinungsbildes, zur Verfügung. Dafür einen Big Brother Award zu erhalten, ist absurd“, schließt Russell Perry.

bernhard, 123people Team Wien

Post a Comment

Your email is never published nor shared. Required fields are marked *

*
*